Endometriose Schmerzen???

Hallo ihr Lieben,

Ich habe seit Jahren Schmerzen. Meine "Geschichte" ist wahrscheinlich eine die leider sehr viele auch kennen.

Ich finde leider nichts zu der Schmerzbeschreibung, so das ich mir nicht sicher bin was ich habe. Ich habe zum 3. mal den Hausarzt gewechselt und bin seit 2013 auch das erste mal wieder zum Gynäkologen gegangen. Ich hatte das Vertrauen in Ärzte, gerade in Gynäkologen gänzlich verloren....

Ich bin 40 und habe seit meiner ersten Periode tierische Schmerzen.

Wenn meine Periode los geht fühlt es sich an, als würde eine Bombe in meinem Körper detonieren und  meinen Unterleib Auseinandersprengen wollen. Danach habe ich für 2 Tage starke Blutung, dann 2 Tage deutlich weniger mit anschließender Schmierblutung. Ohne Schmerzmittel 3-4 Ibuprofen 400 bin ich ich die ersten drei Tage nicht arbeitsfähig, ich habe das Gefühl, das wenn es heiß ist das ganze noch schlimmer ist und mein Kreislauf darunter auch ordentlich leidet. Die Schmierblutung dauerte immer länger an, mittlerweile 1- 1,5 Wochen sind normal. Wärme lindert den Schmerz, aber ich vertrage keinen "Druck" auf dem Bauch.

Auch wenn ich durch die Schmerzmittel schmerzfrei bin, bin ich ordentlich leistungsgemindert, dass habe ich vor allem beim Ausdauersport gemerkt.

Meine Gyn damals hatte mir die Pille verschrieben, habe ein paar ausprobiert, aber keine hat den Schmerz genommen, habe dann irgendwann resigniert und damit gelebt. Außerdem hatte ich immer das Gefühl sie nicht gut zu Vertragen.

Außerdem hatte ich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, alles was ganz tief geht, verursacht bei mir Schmerzen, dass ich mich krümmen könnte, kann es gar nicht beschreiben, aber ich habe dann einfach nur noch den Wunsch das da keiner mehr rein kommt... Die Schmerzen dabei waren immer schon da, aber ich habe das Gefühl das es mit den Jahren schlimmer geworden ist. Meine Beziehungen haben immer darunter gelitten, da ich keine Lust darauf habe. Ich habe von mir aus kein sexuelles Verlangen und bin auch noch nie dabei zum Orgasmus gekommen. Einige sind daran gescheitert, weil keiner mich versteht. Ob ich danach Schmerzen habe, kann ich ehrlich gesagt, gar nicht sagen, da ich einfach nur froh bin, wenn ich es überstanden habe. Manchmal ist schon das Eindringen schmerzhaft, dass denke ich kommt durch die Verspannung meines Beckenbodens. Deswegen fällt es mir auch seit ca. 10 Jahren schwer Wasser zu lassen und den Stuhl zu entleeren.

Anfangs hatte ich immer nur Schmerzen während der Periode, seit bestimmt 10 Jahren kommen Schmerzen auch außerhalb davon vor, die immer schlimmer werden und sich steigern.

Die Schmerzen ausserhalb der Menstruation habe ich rechts sehr dominant, links spüre ich es zwar auch, aber nicht so schlimm. Die Schmerzpunkte sitzen knapp unter der oberen Kante des Beckenknochens, ca. 1cm innen in der Tiefe.

Ein Dauerschmerz den ich ohne Schmerzmittel nicht aushalte. 3-4 x täglich Schmerzmittel sind da auch normal um arbeiten zu können. Einmal waren die Schmerzen nachts so schlimm das ich kurz davor war den Krankenwagen zu rufen, sie strahlten bis unter die Brust und bis übers Knie, ich habe keine Position gefunden, die es besser gemacht hätte. Ich habe in kurzer Zeit 3 Schmerztabletten genommen. Sie kamen mitten in der Nacht, zum Glück hatte ich das nur einmal so heftig. Ich hab alles probiert, Beckenboden entspannen, Darmmassage, Atemübungen, alles für die Katz. Zu der Zeit konnte ich wie eine Murmel an der Stelle ertasten, ob sie verschieblich war, weiß ich nicht mehr, aber das Gewebe war wirklich extrem fest.

Die "Murmel" habe ich jetzt nicht mehr, aber die Schmerzen an der Stelle. Ich spüre dort auch Stuhlbewegung und Luftbewegung, auch wenn meine Blase voll ist, entsteht ein unangenehmer Druck in mir, der den Schmerz steigert, deswegen gehe ich häufig auf Toilette, wenn ich kann. 

Wenn ich die volle Blase entleere, entsteht rechts bei dem letzten Drittel der Entleerung ein unangenehmes ziehen.

Bei der letzten gynäkologischen Untersuchung war der Douglas Raum nicht schmerzhaft, linke Gebärmutterbänder waren unangenehm, aber rechts hätte ich an die Decke gehen können.

Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass meine Periode regelmäßig kommt, habe es aber nie dokumentiert. Vorletzte 28.6. letzte 15.7.

Habe so gut wie nie Zwischenblutungen gehabt.

Dazu muss ich sagen das ich seit meiner letzten Periode 15.7. durchweg bis 7.8. Schmierblutung hatte und immer noch Schmerzen. Um anders auszuschließen habe ich am 5.8. Breitbandantibiotikum genommen, dadurch nahm die Schmierblutung deutlich ab. Es riecht auch nicht komisch, leicht sauer, normal halt.

Mein Schmerz ist von dumpf / pulsierend, bis stechend / brennend, von den Schmerzpunkten aus ein schmerzhaftes ziehen nach unten in die Mitte und von rechts nach links durch den Bauch.

Da ich zu Verstopfung und Blähungen neige seit gut 10 Jahren ist auch das ein Problem. Je fester mein Stuhl ist, desto schmerzhafter wird es, an den beiden Stellen. Es fühlt sich bei der Entleerung an, als würde man mir einen beidseits geschliffenen Dolch 10 cm tief in den Enddarm rammen. Sitzen danach nur ganz vorsichtig, kann es eigentlich gar nicht. Erschütterungen verstärken den Schmerz ebenfalls.

Ich hatte als Kind mal eine heftige Entzündung der Eierstöcke oder Eileiter, immer Probleme mit Harwegsinfekten, Mittelohrentzündungen nach dem Schwimmen.

Als Teenager weiter Harnwegsinfekte und schon mal öfter mir nen Pilz eingefangen nach dem Schwimmen.

Ich hatte als Junge Frau zwei Abtreibungen, bei der ersten hat mir der Arzt furchtbar weh getan, dass werde ich nie vergessen. Beim zweiten mal konnte ich in der Schwangerschaft nicht schnell aus dem Auto aussteigen, es hat rechts so gezogen, das ich auf alle Viere gegangen bin, habe mir aber nichts dabei gedacht. Nach der zweiten hatte ich Milcheinschuß.

Danach wollte ich schwanger werden und es hat zum verrecken nicht funktioniert.

Mit 26 hatte ich eine Eileiterschwangerschaft, welche endoskopisch operiert wurde, auch eine Zyste wurde an den Eileiter entfernt. Alles wurde erhalten. Im OP Bericht stand nichts von Endometriose... Aber der Drainageschlauch rechts war für mich schlimm, konnte mich damit nicht aufrichten, ich war glücklich, wie der endlich raus war.

Mit 31 auch starke Schmerzen rechts, haben nichts gefunden, auch im Krankenhaus nicht, rektale Untersuchung, tat so weh, das sie abgebrochen werden musste, Ärztin dachte, ich Stelle mich nur an.

Mit 33 hatte ich den furchtbaren Schmerz der mich nachts so gequält hat, das ich davon wach wurde. Mein Hausarzt und Gyn. haben nichts gefunden, Einweisung gynäkologische Ambulanz. ZufallsBefund: schwanger. Hatte Angst vor Eileiterschwangerschaft geäußert, aber ganz vergessen, das ich die Schmerzen eigentlich kenne und die schon bestimmt 4 Jahre immer mal wieder habe, nur nicht so heftig. Man hat im Krankenhaus die Schwangerschaft mittels MTX abgetrieben, ohne OP. Aber ich habe auf dem Klo die Frucht verloren. Es steht auch im Bericht das eine mögliche Anlage in der Gebärmutter oder Eileiter ist, sie waren sich nicht sicher. Meine Schmerzen blieben, eine halbe Stunde nach dem Essen habe immer solche Schmerzen bekommen, dass ich Angst hatte zu essen, habe das nachher so gut wie ganz eingestellt. Ständig das " dolchgefühl" im Enddarm und alle Erschütterungen waren echt heftig. Mein ßHCG sank, Ärzte waren zufrieden, aber mein Schmerz blieb. Nochmal stationär, nochmal MTX. Schmerz blieb. Habe oft versucht mit den Ärzten zu reden, wurde aber ignoriert. Zu meinem Hausarzt, total verzweifelt, hat Magen und Darmspiegelung veranlasst. Beides ohne Befund, aber wie die Stelle rechts erreicht wurde, bin ich vor Schmerz "wach"geworden. Mein Hausarzt hat mir aus Verzweiflung ein Breitbandantibiotikum gegeben, Schmerz wurde langsam weniger, aber ich hatte 6-7 Wochen die Hölle durchgemacht und mein Kind verloren. Seitdem wollte ich keine mehr kriegen.

Ich arbeite seit ich 22 bin in körperlich anstrengen berufen (Gastronomie und seit 2013 Physio).

Mir ist aufgefallen das ich seit ich 26 bin nur noch in Teilzeit arbeite und wenn ich mehr arbeite, häufiger Infekte habe, meine Schmerzen schlimmer werden. An sich habe ich immer Ausdauersport gemacht, Mountenbiken und schwimmen. Ich habe das Gefühl, wenn ich keine Zeit dafür habe, nehmen die Symptome zu. Mir hat ein Arzt mit 26 gesagt, ich hätte Reizdarm, Ernährung komplett umgestellt, aber Periodenschmerz blieb, vielleicht ein bisschen besser... Aber die Zusatzschmerzen wurden etwas weniger, waren aber nie ganz weg.

Seit einem Jahr geht es mir zunehmend schlechter, ich habe ein diffuses Krankheitsgefühl, bin ständig ko, wegen nichts, friere und habe abends / nachts häufig brennende Fußsohlen. Mir wird auch seit einem Jahr öfter übel...

Wegen der Schmerzen bin ich ständig krank, was natürlich für Stress auf der Arbeit sorgt.

Bei meinem Schmerz ausserhalb der Periode ist Sitzen, Stehen, ausgestreckt liegen nicht gut, auch Bauchmuskelanspannung macht mich echt fertig, provoziert den Schmerz.

Ich bin langsam echt fix und alle.

Bei mir half gegen die Schmerzen nur Ibuprofen 400 und was auch geht, aber nicht so gut bei der Periode, ist Novalginsulfon 500. 

Ibu 3-4 in den ersten 3 Tagen und bei Dauerschmerz 3-4 x Nolval 3- 4 x 30-40 Tropfen.

Buskopan auch plus, helfen 0, auch was es so an Regelschmerzpräperaten gibt ist ein Tropfen auf den heißen Stein... ASS geht, Ibu ist aber besser.

 

Ich hab am Mo. ein MRT und am 18.8. spreche ich in Dormagen im Endometriose Zentrum vor.

Gerade bin ich mal wieder krank, seit 15.7. heute der erste schmerzfreiere Tag bis jetzt....

Gehe auch zu einer Gemeinschaftspraxis, sie Internistin, er TCM ausgebildet, auch Ohrakkupunktur. Er meinte bei der Testung des Ohres: "Sie haben viele Baustellen, aber der Darm ist es nicht!"

Ich habe halt nichts gefunden was die Qualität der Schmerzen beschreibt und die Lokalisation.

Ich habe außerdem 2018 zwei Cranio-Sacral- Kurse gemacht, je eine Woche und danach hatte ich das erste mal in meinem Leben bei der Menstruation nur ein leichtes ziehen, das kann man noch nicht mal als Schmerz bezeichnen, das war ein Witz, zu dem was ich kenne.

Leider sind dieses Jahr die Kurse wegen Corona ausgefallen, und seit 4Monaten hat sich mein Schmerz wieder so aufgebaut, das ich es kaum ertrage.

 

Entschuldigt den langen Text, aber ich bin echt verzweifelt und niedergeschlagen.

Fühlt sich das für euch auch so an? Oder habe ich etwas anderes.

Ganz lieben Dank, an jede, die sich die Mühe macht, dass zu lesen.

Fühlt euch liebevoll gedrückt! 😘

 

 

Puh, was eine Odyssee an…

Puh, was eine Odyssee an Ärzten und Befunden. 

Das Endometriosezentrum klingt nach einer guten Idee. Viele deiner Symptome (Schmerzen bei Penetration, schlimme Anfangsschmerzen bei der Periode, zunehmende Übelkeit an mehreren Tagen im Monat die immer schlimmer und öfter kommt, schmerzende Stellen im Bauchbereich) kommen mir bekannt vor. 

Tu dir im Zentrum vielleicht den Gefallen und berichte nur von deinen Symptomen, nicht von der gesamten, traurigen Geschichte deiner Patientinnen-Karriere (aber erwähne lieber, dass die Ultraschalluntersuchung für dich unangenehm sein wird, damit sie vorsichtig sind). Es wäre schade, wenn jemand deine Geschichte sieht und zu einem Vorurteil springt, daher würde ich den Termin im Zentrum sehr fokussiert und symptombezogen halten. 

Ich danke dir für den Tipp! 😘

Ich danke dir für den Tipp! 😘

Bestätigung durch Endiskopie

Im Endo-Zentrum hat die Ärztin nach der Untersuchung / Anamnese gesagt das sie nicht glaubt, das ich Endo habe, sie dachte es sind "nur" Adhäsionen die mich Quälen.

Am 26.8. wurde ich dann endoskopiert und es wurden Adhäsionen gefunden sowie Endoherde an der Blase, leider lag ein Herd so blöd, das sich der Oberarzt da nicht ran getraut hat. Er ist wohl mit der Harnröhre verwachsen sowie mit einem Gefäß und Haltebändern. Es wird vermutet daß es sich um einen infiltrierenden Herd handelt...

Meine Entleerungsstörungen vom Darm und Blase habe ich immer noch... 

Jetzt ist der Plan, das ich 3 Monate lang Hormone nehme und dann nochmal operiert werde... 

Ich möchte es auch machen, da ich das Gefühl habe, das es Sinn macht.

Vielen lieben Dank noch einmal für den Zuspruch. 🙂