Endometriosezentrum in Franken/Thüringen

Hallo ihr Lieben!

Ich bin neu hier und konnte im Forum keinen alten Eintrag zu meiner Frage finden, ich hoffe, dass ich also nicht eine Wiederholung starte.
Sollte das so sein - sorry!

Ich bin auf der Suche nach Erfahrungen mit den Endometriosezentren in Erlangen, Würzburg, Nürnberg, Amberg und Jena (für mich Kilometer-mäßig die nächsten).

Hatte in einer der Kliniken schon jemand eine Endometriose-OP?
Kann jemand sagen, wo der Arzt-Patientinnen-Kontakt am persönlichsten ist (also der Arzt, der das Vorgespräch führt und die Voruntersuchungen macht, auch operiert)?
Sagt jemand: "Geh bloß niemals nach X" oder "ich kann dir auf jeden Fall Y empfehlen"?

Ich danke euch!

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Isi

Bin in Erlangen...

bisher 2 x in der Endometriose Sprechstunde. Bisher kann ich mich nicht beklagen, die Beratung und das Vorgehen ist für mich in Ordnung. Allerdings habe ich noch keine Endometriose OP dort. Die hatte ich in Würzburg, dort wusste man vorher nichts von der Endometriose, deshalb war es nicht so dolle. Meinen nächsten Termin in Erlangen habe ich im August und ich befürchte, dass man mir dann zur Sanierung raten wird. Falls du noch Fragen hast, gerne...

OP in Erlangen

Ich hatte letzte Woche meine erste Endometriose-OP in Erlangen. Nachdem man mir in meiner üblichen Frauenarztpraxis mit meinen zunehmenden Beschwerden (die schmerzfreien Tage pro Monat konnte ich an einer Hand abzählen!) nicht weiterhelfen konnte und mir der Osteopath auch Verwachsungen diagnostizierte, war ich im Juni in der Endometriose-Sprechstunde in Erlangen, wo ich mich direkt verstanden gefühlt habe. Ausführliche Anamnese und gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall führten dann zur OP- Empfehlung. 4 Wochen später hatte ich dann auch schon den Termin für die OP. Einen Tag vor der Operation war ich dann zum Vorgespräch eingeladen, mit der Ansage „Bringen Sie Zeit mit, wir können Ihnen nicht genau sagen, wie lange das dauern wird.“ Bei diesem Vorgespräch durchlief ich viele Stationen. Zuerst Anmeldeformulare ausfüllen und an der Patienteninfo damit einchecken, dann zur Koordination, wo der Corona-Testabstrich gemacht wurde und ich Aufklärungsformulare über Op und Komplikationsmöglichkeiten und Anästhesie bekam. Dann Urinprobe abgeben und anschließend OP-Aufklärungsgespräch und Nieren-Ultraschall mit einer Ärztin. Danach zurück zur Koordination zur Blutabnahme. Dort bekam ich auch ein Klistex zum Abführen am Abend mit 1. schriftlichem Plan, was ich bis zur Op noch essen und machen darf und 2. der Telefonnummer der Station, wo ich am Abend anrufen musste, um zu erfahren, wann ich am nächsten Tag dort einchecken muss. Dann musste ich noch zur Anästhesie-Station (mit Laufplan, damit ich dorthin finde), wo ich noch über die Narkose aufgeklärt wurde. Ich war etwa 3 Stunden unterwegs und wurde von allen Klinikmitarbeitern sehr freundlich und achtsam behandelt. Die Wartezeiten vor den einzelnen Stationen waren nicht übermäßig lang. Am nächsten Morgen bekam ich dann auf Station A ein Bett zugewiesen und durfte auch gleich das OP-Hemd + Höschen und Kompressionsstrümpfe anziehen und bekam eine Tranxillium-Tablette. Dann wartete ich auf die Operation. Da man nie genau voraussagen kann wie lange eine Operation dauern wird, kann man vorher nicht genau sagen, wann man drankommt. Ich hatte mich im Vorfeld schon darauf eingestellt, dass ich geduldig sein muss und mir eine positive, stärkende Affirmation für diese Wartezeit Vor der Op aufgeschrieben, die ich dann meditierend bis in den op im Geist wiederholt habe, was mir sehr geholfen hat auch wieder mit positiven Gedanken aus der Narkose aufzuwachen. Die Schwestern hatten von Anfang an gesagt, dass ich mich jederzeit melden soll, wenn etwas ist oder ich was brauche und sie waren immer freundlich und hilfsbereit und auch sehr achtsam im Umgang in allen Situationen. Ich bekam dann Spukbeutel und Vomex gegen das Erbrechen nach der Narkose und Schmerzmittel nach Bedarf, hatte für die erste Nacht einen Katheter, so dass ich nicht aufs Klo gehen musste. Außerdem war da noch ein kleiner Drainagebeutel, der die Wundflüssigkeit aus dem Bauch ableitete. Als ich wieder auf der Station war, kam am Nachmittag noch die Ärztin, die mich operiert hatte, und erzählte mir was genau gemacht wurde, wo wie viele Endometriose-Herde und Zysten entfernt wurden und dass es Verwachsungen gab, die gelöst wurden. Ich hatte dann auch schnell den Impuls aufzustehen und mich zu bewegen, was erstaunlich gut ging. Weil der Bauch während der Operation mit Gas aufgeblasen wird, soll man sich ja bewegen, damit der Stoffwechsel anspringt und das Gas aus dem Körper transportiert wird. Mit mir im Zimmer waren zwei weitere Endometriose Patientinnen, die auch sehr zufrieden mit der Behandlung waren. Was nicht ganz perfekt organisiert ist, ist die Essensausgabe, da musste ich schon mal nachfragen, ob ich auch was bekomme. Man kann auf einem Essensplan auswählen, was man möchte, das Essen ist qualitativ ok, aber leider nicht ganz perfekt auf Endometriose Bedürfnisse angepasst. Und ich würde auf jeden Fall empfehlen ein eigenes Kopfkissen mitzubringen, da die von der Klinik nicht gut sind. Die Physiotherapeutin war sehr professionell hilfreich und achtsam. Nach genauer medizinischer Abwägung mit Nierenkontrollsono und gutem Wundmanagement durfte ich dann nach drei Nächten in der Klinik nach Hause. Mit dem Sozialdienst muss ich jetzt telefonisch Kontakt aufnehmen, da am Wochenende da niemand zur Verfügung stand um mich wegen Möglichkeiten der Anschlussheilbehandlung oder Reha zu beraten und unterstützen. Wenn ich Probleme habe oder Rat brauche jetzt in der Heilungsphase, kann ich jederzeit (24/7) auf der Station anrufen und auch zur Nachsorge kann ich in der Endometriose Ambulanz der Klinik einen Termin ausmachen.

Alles in allem war ich sehr zufrieden mit der Frauenklinik Erlangen. Die Arzt-Patient-Kommunikation ist (wie im ganzen Gesundheitssystem) noch verbesserungsfähig, aber meine Ansprüche sind da auch sehr hoch.