Therapeutische Hilfe bei Endometriose

Hallo zusammen, 

Ist hier vielleicht jemand anwesend, der sich wegen der Endometriose die Unterstützung eines Therapeuten geholt hat?

Ich habe allmählich das Gefühl, mit dieser Krankheit psychisch nicht mehr klarzukommen. Ich habe ständig Angst vor den Schmerzen, kann die Tage vor dem Beginn meiner Regel nicht mehr schlafen, habe Albträume, Panikattacken etc. Ich packe das allmählich nicht mehr, aber andererseits erscheint es mir "lächerlich", nur deshalb einen Therapieplatz für mich zu beanspruchen. 

Ja, ich.

Ursprünglich ging es um die Endometriose, mittlerweile reden wir aber über alles mögliche, da die Endo momentan grad im Hintergrund ist. 
Hast du Kinderwunsch oder kannst du keine Hormone nehmen? Ich habe seit über einem Jahr keine Periode mehr dank Visanne, das ist die größte Erleichterung überhaupt. 

Was mir an der Therapie am meisten hilft, ist die neutrale Sicht einer komplett Außenstehenden Person. Manchmal kommen Vorschläge, die absolut super sind auf die ich oder mein Umfeld von selbst nie gekommen wären. Alles in allem hilft es mir. 
Du mussr ganz schnell davon wegkommen, dass deine Probleme lächerlich seien! Du hast eine extrem schmerzhafte chronische Erkrankung! 

Vielen Dank

für deine Antwort. Ich sollte ursprünglich auch die Visanne nehmen, aber ich habe aufgrund bestimmter Nebenwirkungen zu große Angst davor und konnte mich deshalb noch nicht überwinden. Aber diese Schmerzen sind auf Dauer natürlich auch sehr schlimm. Hast du denn leicht einen Therapieplatz bekommen? 

Ich bin aus Österreich,

Ich habe so ca 10 Therapeuten abtelefoniert bis eine einen Kassenplatz (mit geringem Selbstbehalt) für mich hatte. Wie das in Deutschland läuft, weiss ich nicht.  

Ok, ich habe Grad 4 Endo und habe Angst noch mehr Darm zu verlieren, daher nehme ich die Visanne Nebenwirkungen „gern“ in Kauf. Einen Versuch wäre es doch vielleicht wert. 

Also

ich habe bereit andere Pillen ausprobiert und mir ging es sehr sehr schlecht damit. Deshalb hab ich große Angst davor es nochmal zu probieren, da ich auf keinen Fall nochmal so leiden will (ich hatte damals schwere depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme, ein starkes Wachstum der Brüste bei ohnehin schon zu großer Körbchengröße) 

Ja wenn

Die Beschwerden schlimmer für dich sind als die Schmerzen, dann ist das natürlich nichts für dich. Ich habe davon „nur“ Libidoverlust, mache aber auch täglich Sport daher kann ich eine eventuelle Gewichtszunahme nicht ausschließen, weiss nicht wie es wäre wenn ich nichts machen würde. 

Hey, genau mein Thema. ;)…

Hey, genau mein Thema. ;)

Ich habe nicht wegen der Endo mit einer Therapie angefangen, aber die Endo war bei mir der berühmte Strohhalm, der dem Kamel den Rücken brach. Es war also vorbei damit, dass ich noch gerade eben so über die Runden kam. 

Kann es sein, dass es bei dir ähnlich ist? Die Endo allein könntest du vielleicht ertragen, aber da gibt es ein viel größeres "Gesamtpaket", und DAS ist alles zusammen genommen einfach zu viel. Du leidest ja offenbar so stark unter Ängsten, dass das dein ganzes Leben beeinflusst. Das ist absolut keine Kleinigkeit, denn das erzeugt großes Leid. Und dass ganz von allein plötzlich ein Wunder passiert, so dass sich das ändert, ist leider sehr unwahrscheinlich. 

Du kannst anscheinend auch nicht mit Schmerzmitteln so umgehen, dass du eine wirkliche Verbesserung erreichst. Sei es, dass du nicht die richtigen hast, oder dass du die Einnahme nicht gut managen kannst. Bitte verstehe das nicht als Vorwurf, es ist absolut nicht als solcher gemeint. Ich denke da nur an meine eigene Grübelspirale, im Sinne von "darf ich dieses und jenes, ist es dafür schlimm genug". Hast du dieses Problem auch? 

Meine total subjektive Meinung ist jedenfalls: JA, du darfst und solltest dir therapeutische Hilfe suchen!

Danme

für deine Antwort. Also bei den Schmerzmitteln ist es so, dass ich da leider einfach resistent so. Die haben mir noch nie wirklich geholfen, auch nicht bei Kopfschmerzen o.ä.

Die Endometriose ist wirklich mein "Hauptproblem" bzw. das größere von den zwei großen Problemen in meinem Leben: einmal die Endometriose und dann noch sexuelle Probleme. Ich habe schon immer Schwierigkeiten mit etwas einzuführen, Sex zu haben etc. Dementsprechend habe ich auch Angst vor Sex und ärztlichen Untersuchungen. Wobei diese Schmerzen beim Sex ja auch mit der Endometriose zusammenhängen können. 

Niemand ist gegen…

Niemand ist gegen Schmerzmittel resistent. Das wäre ja auch sehr schlimm, denn dann wären Operationen z.B. gar nicht möglich. Welche Schmerzmittel hast du denn gegen die Schmerzen der Endo versucht? Und was spricht dagegen, zum Arzt zu gehen und zu sagen: "Ich habe Schmerzmittel x, y und z ausprobiert, aber sie helfen mir nicht. Die Schmerzen sind so stark, dass ich schon Tage vorher Angstzustände habe. Bitte verschreiben Sie mir etwas anderes bzw. suchen mit mir ggf. durch Versuch und Irrtum nach einem Mittel, das mir endlich hilft." Das muss noch nichtmal dein Gyn sein, wenn du mit dem nicht so reden kannst. Ein Hausarzt tut's auch.

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Puh, ich hab schon alles mögliche ausprobiert. Ibuprofen, Buscopan, Paracetamol, Dolormin. Aber es hat NICHTS bewirkt. Mittlerweile hab ich es aufgegeben 

Alles Medis, die bei Endo…

Alles Medis, die bei Endo-Schmerzen meistens nicht helfen. Das ist nicht ungewöhnlich und du bist auch nicht anders als andere Frauen, sondern das ist ganz normal!!!

Und bei

Operationen werden ja ganz andere Schmerzmittel verwendet, die sind wesentlich heftiger und würden wahrscheinlich selbst bei mir wirken. Aber die Ärzte wollen mir nichts stärkeres verschreiben "nur" wegen meiner Tage 

"Die Ärzte"? Dann…

"Die Ärzte"? Dann Arztwechsel, sofort. 

1) Es ist völlig gleichgültig, WARUM du unerträgliche Schmerzen hast. Du hast sie. Und dagegen gibt es Medikamente. 

2) Du hast darüber hinaus Endometriose, eine bekanntermaßen schmerzhafte Erkrankung. Du hast nicht "nur" deine Tage.

3) Es gibt eine sehr große Spannbreite zwischen Medis für leichte bis zu Medis für schwerste Schmerzen. Die Endo liegt irgendwo in der Mitte und es ist ohne weiteres möglich, dass du ein Medi bekommst, das dir hilft und das nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Z.B. Novaminsulfon. Sehr verbreitet bei Endo-Schmerzen.

Bitte werd doch da mal richtig wütend, oder meinetwegen auch verzweifelt und lass den ganzen Druck raus. Beim Arzt. 

Schmerzfreiheit ist ein…

Schmerzfreiheit ist ein wesentliches Element menschlichen Wohlbefindens.

Sie sollten dem behandelnden Arzt unmissverständlich erläutern, dass Ihre Schmerzen den Alltag eminent beeinträchtigen. Der Patient sollte im Falle starker Schmerzen in direkter Weise seine Situation beschreiben, ohne jegliche Verharmlosung oder Relativierung.

Obgleich Ärzte Schmerzen gerne trivialisieren, sind sie existent. Eventuell hilft es, die Usache "Periode" sekundär zu betrachten, dafür lediglich die Schmerzen hervorzuheben, insbesondere die Beeinträchtigungen, wie beispielsweise Arbeitsunfähigkeit.

Ich selbst erhielt wenig Verständnis seitens der Ärzte (Gynälologe sowie Hausarzt) für jene Schmerzen. Erst mithilfe der Diagnose Endometriose "durfte" ich das ineffektive Ibuprofen gegen Novaminsulfon ersetzen, doch auch dies Medikament ist unzuverlässig und gelegentlich ohne Effektivität.