Liebes Expertenteam,
trotz Endometriose Grad 3 (2 Sanierungen) konnte ich spontan schwanger werden und habe eine gesunde Tochter entbunden (leider Kaiserschnitt).
Vor der Schwangerschaft hatte ich folgende Beschwerden: Zwischen der Periode stechende Unterleibsschmerzen, je mehr Anstrengungen und Bewegungen umso schlimmer die Schmerzen, und während der Periode mind. 2 Tage äußerst schmerzhaften Brechdurchfall, auch nach der Sanierung. Schmerzmittel haben nicht geholfen, erst nach vollständiger Entleerung des Magen-Darm-Traktes über 2-3 Tage ging es mir etwas besser.
Leider waren die stechenden Schmerzen wie vorher zwischen den Tagen bereits kurz nach der Entbindung wieder da. Besonders stark immer nach der Rückbildungsgymnastik. Könnten diese Schmerzen mit der Beckenbodenmuskulatur in Verbindung stehen und wenn ja, was kann man dagegen tun?
Nach 22 Monaten Periodenfrei (Schwangerschaft und Stillzeit) habe ich nun das erste Mal wieder meine Tage bekommen und ich habe bis auf etwas Unterleibsziehen keine Probleme mehr 🙂
Nun habe ich dennoch 2 Fragen.
Erstens würde ich gerne die Zusammenhänge zwischen meinem Verdauungstrakt und der Endometriose verstehen. Laut Chirurg meines Kaiserschnittes waren keine Verwachsungen zu erkennen, weiterhin wurde mir bei den Sanierungen mitgeteilt, dass der Darm nicht betroffen war. Auch eine Darmspiegelung hatte keine Ursachen hervorgebracht.
Zweitens bin ich immer noch am Stillen und möchte deswegen, auch wenn ich weiß dass es extra Stillpillen gibt, so lange keine fremden Hormone zu mir nehmen. Können ein paar Monate Periode bereits für einen Rückfall der Endometriose entscheidend sein und welche Therapie empfehlen Sie nach der Stillzeit. Ich hatte bereits 1 Jahr die Visanne im Dauerzyklus als Therapie und diese auch gut vertragen, allerdings hatte eine 2. OP gezeigt, dass die Endometriose weiterhin sehr aktiv war.
Vorab vielen Dank für Ihre Einschätzungen!
Liebe Grüße
Liebe Patientin, erst einmal darf ich Ihnen dazu gratulieren dass sie ein gesundes Kind zur Welt gebracht haben! Des weiteren bestätigen sie mit ihrem Bericht, dass trotz hormonelle Therapie eine Endometriose weiterhin aktiv sein kann und sich vor allen Dingen sogar auch noch intensivieren kann. Zu Ihren Fragen erstens: Darm und Endometriose hängen insofern zusammen, als das Entzündungsmediatoren, die von der Endometriose produziert werden den Darm beeinflussen. Darüber hinaus sind die autonomen, den darmversorgenden Nerven direkt eingebunden in das Ausbreitungsgebiet der Endometriose. Zweitens wenn sie nach der Geburt über einige Monate Periodenblutungen haben, So wird dies hier Risiko erneut ein Ende mit Rose zu erkranken nicht significant erhöhen. Drittens: als hormonelle Therapie zur Vorbeugung einer erneuten Endometriose empfehle ich dass sie wiederum die Visanne Einnehmen, da sie bereits sehr gut vertragen haben.
Mit besten Grüßen
Mit besten Grüßen
Ihr Prof. Tinneberg
