Hallo liebes Expertenteam,
Zu meiner Vorgeschichte: Anfang 2015 hatte ich eine große Endo-Sanierung (Grad 4) u. a. mit Darmteilentfernung und Zwerchfellbeteiligung.
Glücklicherweise sind Gebärmutter und Eierstöcke damals überhaupt nicht betroffen gewesen.
Nach der OP habe ich 6 Monate die Visanne genommen und bin anschließend im 6. Zyklus, ohne erneute Beschwerden, Schwanger geworden. Anfang 2017 ist unser Sohn auf die Welt gekommen.
Seit Mitte 2018 habe ich wieder beginnende Beschwerden. Bis Okt. 2018 habe ich Desogestrel genommen, die ich dann aufgrund div. Nebenwirkungen abgesetzt habe.
Meine Beschwerden haben dann von Zyklus zu Zyklus rapide zugenommen (z. B. starke Schulterschmerzen und Schmerzen im rechten Oberbauch, dort lag 2015 die Zwerchfellendometriose), sodass ich seit Februar wieder die Visanne nehme. Auch jetzt merke ich wie immer neue Beschwerden hinzukommen, z. B. kurzzeitig Bauchkrämpfe mit anschließendem Durchfall. Die Probleme mit dem Zwerchfell sind seit Mai nich mehr aufgetreten.
Die neuen Beschwerden treten immer dann auf, wenn ich theoretisch meine Periode hätte.
Nun zu meiner eigentlichen Frage.
Wir möchten nun gerne eim zweites Kind. Mein Frauenarzt hat mir geraten es erst Mal ein viertel bis halbes Jahr zu versuchen, je nachdem wie sich mein Beschwerdebild verändert. Und dann erst ggf. Über andere Schritte, wie eine OP, nachzudenken. Klingt für mich Logisch und nachvollziehbar, sehen sie dies ebenfalls so?
Meine Bedenken sind nun allerdings, dass ich zwar Schwanger werde, die Beschwerden die ich habe, jedoch nach der Schwangerschaft wieder sehr schnell zurückkehren werden. Gibt es hierzu Erfahrungswerte? Evtl auch wie sich die Endometriose in der Stillzeit entwickelt?
Der Hintergrund ist, dass ich ungern eine OP mit einem kleinen Baby hinter mich bringen möchte.
Ich weiß, dass es wahrscheinlich nicht die perfekte Entscheidung geben wird, möchte jedoch Ihren Rat dazu hören.
Vielen Dank für Ihre Hilfe
Sehr geehrte Patientin,
herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Ihre Frage ist durchaus berechtigt und nicht mit einem klaren “ja” oder “nein” zu beantworten. Ihr Frauenarzt hat sicher Recht (wenn die Beschwerden erträglich sind), dass man es mal eine Weile (z.B. 6 Monate) versuchen kann. Bei massiveren Beschwerden würde ich vorher etwas tun.
In der Schwangerschaft macht die Endometriose dann häufig – wie Sie wissen – keine Beschwerden. Ihre Sorgen, dass man mit kleinem Kind dann operieren muss, kann ich zwar nicht 100% ausschliessen würde aber empfehlen relativ bald im Wochenbett z.B. mit einer Gestagentherapie wie der Visanne zu beginnen.
Insgesamt hoffe ich, Ihnen ein wenig weitergeholfen zu haben. Ich drücke Ihnen fest die Daumen, dass es mit einer Schwangerschaft bald klappt und dass man eben nicht (weder jetzt noch später) intervenieren oder operieren muss.
Mit freundlichen Grüßen aus Böblingen,
Ihr Prof. Dr. Stefan P. Renner
