Thema
Hormonbehandlung
Frage

Liebes Ärzte-Team,

ich hoffe, dass Sie mir einen Rat geben können.

Ich bin 41 Jahre alt. 2011 wurde im Rahmen der Untersuchungen eines unerfüllten Kinderwunsches eine Endometriose Grad I diagnostiziert. Es folgten verteilt über mehrere Jahre 2 IVFs und 1 ICSI. Eine weitere Bauchspiegelung oder Medikamente gegen die Endometriose bekam ich wegen des Kinderwunsches nicht.

Durch die Hormone für die künstlichen Befruchtungen bekam ich immer mehr Schmerzen, die teilweise nicht mehr nur Zyklusabhängig waren. Schmerzen im unteren Rücken, stark ins Bein vom Gesäß aus ziehend. Dazu die starken Schmerzen ab Zyklusmitte bis zum Einsetzen der Regel.

Glücklicherweise wurde unser Wunder wahr und ich wurde im Rahmen der ICSI schwanger. Unsere gesunde Tochter wurde kurz vor meinem 40. Geburtstag geboren.
Die Schwangerschaft und Stillzeit waren ein Traum. Nach anfänglich stärkeren Schmerzen in der Schwangerschaft, war alles schlagartig weg!!

Nach der Geburt stillte ich unsere Tochter 1 Jahr. Als die Stillfrequenz mit zumehmendem Alter nachließ, kehrte auch im Januar dieses Jahres meine Regelblutung zurück. Ich merke nun, dass bestimmte Schmerzen wieder da sind. Was mich aber beunruhigt und was ich so nicht kenne, sind nun starke Steißbeinschmerzen. Die orthopädischen Untersuchungen laufen gerade.

Nun aber meine eigentliche Frage:
Mein Frauenarzt ist ein sehr lieber und toller Frauenarzt, aber beim Thema Endometriose ist er mir keine Hilfe. Als ich ihn bei der letzten Kontrolle auf Endometriose angesprochen habe, verschrieb er mir die Pille Desogestrel Aristo. Genommen habe ich sie noch nicht diesen Zyklus, da ich gelesen habe, dass sie ein erhöhtes Thromboserisiko haben soll.

1) Ist diese Pille eine Endometriosepille oder was wäre ein passendes Produkt, auf das ich ihn ansprechen kann? In die Wechseljahre möchte ich mich allerdings nicht versetzen lassen. Er sagte, mit 41 könnte man nicht mehr alle Pillen nehmen.

2) Könnten die Steißbeinschmerzen von der Endometriose kommen?

3) Kann man Endometriose per MRT sehen?

Vielen Dank für Ihre Einschätzung,
Sonja

Antwort

Liebe Patientin,

man kann nur die tief-infiltrierende Endometriose im MRT gut darstellen, ebenso die Ovar-Endometriose, nicht jedoch die oberflächliche (peritoneal).

Schmerzen im Bereich des Steißbeins können im ungünstigen Fall durchaus durch eine Endometriose verursacht werden, allerdings kann es auch durch die Geburt zu Veränderungen in diesem Bereich gekommen sein, welche diese Schmerzen auslösen.

Der Hinweis auf eine Thrombosegefährdung ist wichtig, betrifft mit Unterschieden allerdings alle Pillen. Desogestrel ist eine schonende Form, um in Erfahrung zu bringen, ob Sue durch eine Hormontherapie Erleichterung erfahren. Andernfalls könnte eine Bauchspiegelung weiterhelfen.

Mit besten Grüßen

Ihr H. Tinneberg, Frankfurt