Thema
Hormonbehandlung
Frage

Sehr geehrter Experte,

nach einer BS wurde bei mir Endometriose am Nabel, am Gebärmutterband und auf der Blase bestätigt und entfernt. Ich hatte keine vorherigen Operationen. Außer Wucherungen im Bauchnabel mit periodischen Blutungen aus dem Bauchnabel, begleitet von Schmerzen die sich im erträglichen Maß bewegen habe ich keinerlei Symptome gehabt. Festgestellt wurde auch eine Chronische Zystitis bei Dysurie, diese ist komplett symptomfrei.

Aktuell habe ich eine Kupferkette, mit der ich sehr zufrieden bin.

Mir wird vom Endometriose Zentrum aber die 3 Monatsspritze empfohlen. Ich habe aber auch aufgrund meiner Migräne keinerlei Ambitionen wieder Hormone zu nehmen, da ich zu depressiven Verstimmungen neige und die Migräne durch Hormone bei mir verstärkt.

Auf meine Frage hin, warum ich wieder Hormone nehmen soll, wurde mir gesagt, dass es ein erneutes auftreten der Endo verhindern würde. Das ist mir als Antwort zu pauschal und ich würde mich gerne weiterführend informieren finde aber beispielsweise keine Vergleichszahlen von Gruppen die Hormone nahmen bzw. Keine Hormone, hinsichtlich des erneuten Auftretens einer Endometriose.

Wenn ich meine Beschwerden unter der Einnahme von Hormonen mit denen derer der Endometriose gegenüber stelle würde ich ohne weitere Informationen die Symptome der Endometriose vorziehen.

Gibt es hierzu Studien, oder andere Infomationsquellen die Sie mir nennen können?

Wäre es nicht ratsam einen Hormonspiegel zu machen und anschließend ein geeignetes Präparat auszusuchen?

Vielen Dank im Voraus.

Beste Grüße

Antwort

Sehr geehrte Patientin,

in der Regel wird nach einer operativen Sanierung der Endometriose, insbesondere, wenn es sich um eine tief-infiltrierende Endometriose handelt, eine medikamentöse Nachbehandlung empfohlen, um ein Rezidiv zu verhindern. Leider ist jedoch nicht in allen Fällen möglich, dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen. Trotz einer medikamentösen Therapie mit Gestagenen kann es zu einem Wiederauftreten der Erkrankung kommen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit natürlich sinkt.

Da Sie ganz offensichtlich unter Migräne leiden, halte ich eine Therapie mit Gestagenen für unangemessen, da meist darunter die Häufigkeit der Migräne oder von Kopfschmerzen ansteigt.

Letzten Endes sollten Sie auf eine medikamentöse Therapie verzichten, sollten die Ihnen bekannten Beschwerden wieder auftreten könnte man immer noch entweder erneut operieren oder mit einem Gn RH-Analogon (Wechselkahrstherapie) behandeln.

Mit besten Grüßen

Ihr H. Tinneberg

Prof. Dr. Dr. h.c.mult.H.-R.Tinneberg

Frauenklinik Nordwest Krankenhaus

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